Das Pflegetagebuch

Hintergrund eines Pflegetagebuchs

Zu Beginn einer Betreuung sind es meist wenige Handgriffe oder Hilfestellungen, die erforderlich sind. Da sind die meisten Menschen der Auffassung, dass sich der Aufwand ein Pflegetagebuch zu führen nicht lohnt. Doch davon sollte man sich nicht leiten lassen. Denn schon bald werden es immer mehr kleine Handreichungen, welche hinzukommen. Wird man spontan gefragt, wieviel Zeit man wofür benötigt hat, sind meist keine exakten Angaben aus dem Stehgreif möglich. Doch genau da beginnt die Frage: Kann Pflegegeld beantragt werden? Welche Zeiten, für welche Tätigkeiten verwendet werden, müssen nämlich im Antrag auf eine Pflegegeldstufe bzw. einen Pflegegeldgrad ab 2017 angegeben werden.

Unterschieden wird in die hauswirtschaftliche Versorgung und die Grundversorgung. Ferner kann in das Pflegetagebuch eingetragen werden, ob es nur die Anleitung, die Beaufsichtigung, die teilweise oder die vollständige Übernahme der jeweiligen Arbeit ist.

Simpel ist es, wenn online ein kostenloses Pflegetagebuch heruntergeladen wird. Im Pflegetagebuch sind die einzelnen Rubriken und Spalten für die Zeiten schon eingerichtet, sodass für die Eintragungen kaum Zeit investiert werden muss.

Führen vom einem Pflegetagebuch

Entweder holt man sich bei seiner Krankenkasse ein Pflegetagebuch. Da gibt es gleich noch wertvolle Hinweise, wie es zu führen ist. Wer sich diesen Weg sparen möchte, kann sich das Pflegetagebuch gratis online herunterladen und anschließend ausdrucken bzw. am Rechner ausfüllen.

So, wie die einzelnen Tätigkeiten aufgelistet sind, ist das Führen des Pflegetagebuchs selbsterklärend. Bei der Überprüfung durch den Gutachter vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), kann dieses Pflegetagebuch vorgelegt werden. Erfasst werden die Zeiten, welche zur Körperpflege, zur Ernährung, für die Mobilität und die hauswirtschaftlichen Pflegetätigkeiten benötigt werden. Die Zeit, die für die einzelnen Tätigkeiten aufgebracht wird, unterscheidet sich von einer professionellen Pflegekraft und Personen aus dem Familienkreis oder anderen Hilfeleistenden. Um festzustellen, wie die Zeit einzuschätzen ist, sind bestimmte zeitliche Vorgaben definiert worden. So sind es beispielsweise 20 bis 25 Minuten für eine Ganzkörperpflege vorgesehen. Diese umfasst:

  • Waschen – alternativ Duschen
  • Kämmen
  • Zahnpflege
  • Gesichtspflege (inkl. Rasieren)
  • Darm- und Blasenentleerung

Für die Eintragungen beim Ankleiden sind es 8 Minuten maximal 10 Minuten, die vorgenommen werden können.

Abkürzungen und Eintragungen

Um ein Tagebuch zu führen, sollte man sich zunächst mit den darin befindlichen Abkürzungen auseinandersetzen.

B = Beaufsichtigung
A = Anleitung
U = Unterstützung
TÜ = Teilweise Übernahme
VÜ = Vollständige Übernahme

Zu Beginn steht meist die Anleitung, welche darin besteht, den Pflegebedürftigen zu motivieren und anzuleiten, einfache Dinge weiterhin allein zu erledigen.

Bei der Beaufsichtigung führt der Pflegebedürftige die Tätigkeiten noch vollkommen selbstständig aus. Er wird allerdings beaufsichtigt und kontrolliert. Damit soll dafür gesorgt werden, dass Verletzungsgefahren, wie sie beim Kochen oder Rasieren auftreten können, minimiert oder gar ausgeschlossen werden.

Ziel dieser beiden Formen der Hilfe ist es, die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen zu erhalten und zu unterstützen. Vor allem bei Menschen, die psychisch oder geistig verwirrt sind, ist dieser Teil der Betreuung sehr wichtig. Ängste und Aggressionen können abgebaut und die Fähigkeit sich zu orientieren wieder gestärkt werden.

Die nächsthöhere Form der Hilfe ist in der Unterstützung zu sehen. Ist der zu Betreuende noch in der Lage Tätigkeiten auszuführen, es müssen aber Vor- oder Nachbereitungen durch eine andere Person übernommen werden, ist das U im Pflegetagebuch anzukreuzen. Ein Beispiel wäre die Körperpflege, zu der alles zurechtgelegt wird, aber die Körperpflege selbst noch ohne Hilfe funktioniert. Das kann auch das Essen betreffen. Indem alles vornereitet und hingestellt wird, können die Mahlzeiten noch allein zubereitet (Schnitte, Butter, Wurst) und zu sich genommen werden.

Wird aber hierfür auch schon Unterstützung benötigt, ist die Rede von der teilweisen Übernahme. Das ist der Zwischenschritt bis zur vollständigen Übernahme. So lange wie möglich sollte es bei der teilweisen Übernahme bleiben. Zum einen bleibt noch ein klein wenig Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen erhalten und zum anderen ist der Zeitaufwand für die Festlegung der Pflegegeldstufe bzw. des Pflegegrades höher.